4:1 Wohnquartier Korneuburg

4 HÄUSER – 1 PLATZ


Auslober:
NÖ FRIEDENSWERK
Wettbewerb: 2021
Wohnungen: 110
Visualisierung: simon + stütz architekten

 

Entwurfskonzept

Zwei Charakteristika des Grundstücks prägen den Entwurf: zum einen der ehemalige Standort als Sportplatz, zum anderen die direkte Lage an der Autobahn und die damit verbundene Schallproblematik. Durch eine lineare, streng geschlossene Bebauung im Westen entlang der Autobahn wird dem Thema Schallschutz konsequent Rechnung getragen und der Innenbereich beruhigt. Der ehemalige Sportplatz wird als zentraler Freiraum neu interpretiert, proportional adaptiert und bildet das räumliche Zentrum – die „Quartiersmitte“.

Zwei identische, freistehende Baukörper sind klar um den Freiraum angeordnet. Die vier Wohnhäuser bilden die Tribünen um den Sportplatz. Klare Wegführungen und Eigengärten zonieren das Grundstück. Unterschiedlich ausformulierte Freiräume bieten Abwechslung.

Bebauung / Höhenentwicklung / Schallschutz

Die Gebäude sind eindeutig formuliert und definiert – Laubengang und Punkthaus. Die Baukörper halten alle die vorgegebene Höhe von 11 m bzw. von maximal 4 oberirdischen Geschossen ein. Die maximale Geschossflächenzahl wird erreicht. Die erlaubten Kubaturen werden sinnvoll verschoben: Die langgezogenen Baukörper im Westen bilden mit 3 oberirdischen Geschossen und einem gestaffelten Dachgeschoss entlang der Autobahn eine klare räumliche Kante und dienen als baulicher Lärmschutz. Über die geschlossene Ecke („Corner“) im Nordwesten knickt der Baukörper und definiert so auch die nördliche Kante. Zwei freistehende Punkthäuser grenzen im Osten und Süden an den zentralen Freiraum. Durch die gestaffelte Dachgeschossausbildung der beiden Einzelbaukörper wird die Bauhöhe innerhalb des Quartiers gesenkt und bildet den Übergang zur niedrigeren Bauklasse im Osten des Planungsgebiets.

Freiraum

Als „grüner Platz“ bildet der große Rasenplatz das Rückgrat und Zentrum des Wohnquartiers. 22 schattenspendende Bäume als Symbol für die Feldspieler bieten Vielfalt und Rückzugsmöglichkeiten. In die Vegetation integrierte Spielgeräte bieten Abwechslung für die Kinder. Eine große Fläche – wieder proportional dem Seitenverhältnis entsprechend – bleibt ohne Bepflanzung oder Möblierung und ist „frei bespielbar“. Neben der „Nordtribüne“ bietet ein anderer nutzbarer Freiraum Abwechslung: ein multifunktionaler Hartplatz mit wartungsminimiertem Kunstrasen dient als Ballsportplatz. Der nördlich gelegene Grüngürtel zum Nachbargrund nimmt ebenfalls unterschiedliche Spiel- und Sportmöblierungen auf – Slackline, Balancierhölzer sowie die Möglichkeit zum Geräteturnen – Reckstange, Schwebebalken.


Im Osten des Grundstücks, an der Kreuzung Sportplatzstraße / Pionierstraße, entsteht ein Freiraum mit anderen Qualitäten: eine Art „Treffpunkt“. Ein Flugdach bietet einen überdachten Bereich – Sitzbänke, Tische, Tischtennis, Tischfußball und Fahrradabstellplätze schaffen einen Ort der Kommunikation. Versorgung gibt es bei der „Kantine“ – ein Gemeinschaftsraum mit Teeküche bietet einen Raum zum Treffen. Die geradlinige Wegführung verbindet alle Stiegenhäuser und rahmt den „Sportplatz“. Unterschiedliche Durchwegungen verbinden das Grundstück mit der Umgebung. Bei der Ausführung und Gestaltung der Besucherstellplätze wird versucht, ein sickerfähiges, begrünbares Pflaster-/Plattensystem aus gefügedichtem Beton mit linearer Rasenfuge einzusetzen. In Anlehnung an das Thema Schwammstadt versickert das Regenwasser bei dieser Art der sickerfähigen Pflasterbauweise über die Fugen in die unteren Bodenschichten. Stellflächen können so zumindest teilweise ökologisch nachhaltig mitwirken. Entlang der Parkmöglichkeiten ermöglichen Freiflächen als Distanzgrün eine vegetabile Zone und wirken als zusätzlicher Filter.